Balkonkraftwerke: VDE erlaubt Schukostecker mit Auflagen, limitiert aber Solarmodule

Nach der Verabschiedung des Solarpaket 1-Gesetzes durch den Deutschen Bundestag und den Bundesrat am 26. April sind die H├╝rden f├╝r Verbraucher, die Solaranlagen mit einer Ausgangsleistung von bis zu 800 Watt auf dem Balkon nutzen m├Âchten, beseitigt. Dies bedeutet, dass es f├╝r bestehende und zuk├╝nftige Besitzer von Balkonkraftwerken nun erheblich einfacher wird, ein eigenes Plug-in-Solarsystem zu installieren.

Am 3. Mai ver├Âffentlichte der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) einen neuen Entwurf┬áf├╝r Produktstandards von Balkonkraftwerken (DIN VDE V 0126-95). Dieser Entwurf legt haupts├Ąchlich die Bedingungen fest, unter denen der Anschluss an das h├Ąusliche Netz ├╝ber eine normale Steckdose erlaubt ist, und sieht vor, die Ausgangsleistung der Solarmodule auf 960 Watt zu begrenzen. Zuvor war es zwar technisch m├Âglich, Balkonkraftwerke ├╝ber eine Standardsteckdose an das Heimnetz anzuschlie├čen, doch im Schadensfall k├Ânnten Versicherungen eine Entsch├Ądigung verweigern.

Der VDE erlaubt die Verwendung von Schuko-Steckern mit Schutzvorrichtung

Im im DIN-VDE-Entwurfsportal┬áver├Âffentlichten VDE-Standardentwurf wird erlaubt, dass Nutzer Balkonkraftwerke mit einem Schuko-Stecker an das h├Ąusliche Netz anschlie├čen, allerdings m├╝ssen bestimmte Bedingungen erf├╝llt werden. Die Voraussetzung ist, dass das Balkonkraftwerk ├╝ber zus├Ątzliche Funktionen verf├╝gt, um den Ber├╝hrungsstrom und die Energie auf ungef├Ąhrliche Werte zu begrenzen. Der VDE erw├Ąhnt, dass dies durch mechanische oder elektromechanische L├Âsungen des Herstellers erreicht werden kann, beispielsweise durch zus├Ątzliche Schalter und Sicherungen. Gleichzeitig ist die automatische Abschaltfunktion des Wechselrichters von besonderer Bedeutung. Nur wenn diese Bedingungen erf├╝llt sind, kann sichergestellt werden, dass bei einem Fehler kein ├╝bersch├╝ssiger Strom ├╝ber die Haushaltssteckdose in das Heimnetz eingespeist wird.

Der VDE m├Âchte die Leistung der Module auf 960 Watt begrenzen

Eine weitere Neuerung des VDE-Entwurfs ist die Begrenzung der Ausgangsleistung von Solarmodulen auf 960 Watt. Vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte auch das Solarpaket 1 eine solche Begrenzung auf 960 Watt vorgesehen, diese wurde jedoch nicht umgesetzt.

In Abschnitt ÔÇ×4.1 Leistungs- und StrombegrenzungÔÇť wird festgelegt, dass die maximal zul├Ąssige Gesamtleistung der PV-Module 800W + 20% betr├Ągt, also maximal 960 Watt. Dies wird als die am besten geeignete Modulleistung f├╝r die Ausgangsleistung des Wechselrichters angesehen. Wenn man die im Solarpaket 1 vorgesehene maximale PV-Modulleistung von 2000 Watt verwenden w├╝rde, w├╝rde diese Leistung schnell erreicht werden, was zu einer gr├Â├čeren Belastung des Heimnetzes f├╝hren k├Ânnte. In solch einem anhaltenden ├ťberlastzustand besteht das Risiko einer langfristigen ├ťberlastung des Heimnetzes und eines m├Âglichen Kabelbrandes. Das Ziel dieses Vorschlags ist es, dieses Risiko auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Einhaltung der 960-Watt-Grenze im VDE-Standard k├Ânnte Auswirkungen auf Versicherungsanspr├╝che haben. Um den sicheren Betrieb eines Balkonkraftwerks zu gew├Ąhrleisten, sollte die maximale PV-Modulleistung von 960 Watt eingehalten werden. Bei ├ťberschreitung dieses Wertes k├Ânnte eine Versicherung im Schadensfall die Entsch├Ądigung verweigern.

Derzeit ist der VDE-Standard noch ein Entwurf. Stellungnahmen zu dem neuen Entwurf k├Ânnen im DKE-Entwurfsportal des VDE-Verlags abgegeben werden. Die Einspruchsfrist endet am 3. Juli 2024.

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